Ein seltsames Gerücht macht derzeit die Runde: Sport soll einen Haken haben – er lasse Cellulite stärker hervortreten. Ja, Sie haben richtig gelesen! Körperliche Aktivität soll Cellulite sichtbarer machen. Fakt oder Mythos? Wir verraten Ihnen alles!
Sommaire
Welche Auswirkungen hat Sport auf Cellulite?
Es ist eindeutig belegt, dass regelmäßige körperliche Aktivität dazu beiträgt, gesund zu bleiben. Die Vorteile von Sport sind vielfältig und unbestreitbar. Er hilft dabei:
- Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck zu senken
- Osteoporose, Rückenschmerzen und chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen vorzubeugen
- Den Grundumsatz und das Immunsystem zu stärken
- Ein gesundes Körpergewicht zu halten
- Stress abzubauen und neurodegenerativen Erkrankungen entgegenzuwirken
- Erholsamen Schlaf zu fördern
- Angstzustände und depressive Verstimmungen zu lindern
- Die Hautalterung zu verlangsamen
Und welche Wirkung hat Sport auf Cellulite? Sport ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Dellen – das sei klar gesagt!
1- Sport kurbelt die Durchblutung an
Wenn Sie körperlich aktiv sind, arbeiten Ihre Muskeln und Organe auf Hochtouren. Um ihre Funktion aufrechtzuerhalten, benötigen sie Energie, Sauerstoff und Wasser. Das Blut ist dafür verantwortlich, jeden Muskel und jedes Organ mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
2- Sport fördert den venös-lymphatischen Rückfluss
Abfallstoffe, Toxine und überschüssiges Wasser müssen über die Filterorgane aus dem Körper abtransportiert werden. Das venös-lymphatische Netzwerk sammelt diese Abfallstoffe ein und transportiert sie durch den Körper. Manchmal funktioniert dieser Rückfluss jedoch nicht einwandfrei – man spricht dann von venöser Insuffizienz. Sport kann dieser Insuffizienz entgegenwirken, indem er die Venenpumpe wieder in Schwung bringt.
3- Sport verbraucht Energie
Um den Körper während körperlicher Aktivität mit Energie zu versorgen, greift er auf seine Fettreserven zurück. Zunächst werden die leicht zugänglichen Reserven genutzt, und mit zunehmender Belastung greift der Körper auf tiefere Reserven zurück – nämlich die Fettzellen in den unteren Hautschichten. Genau diese Zellen, die Adipozyten, sind an der Entstehung von Cellulite beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, Fett zu speichern, damit der Körper nie in einen Mangel gerät. Cellulite entsteht, wenn die Adipozyten mit Fett überladen sind und anschwellen. Sport ermöglicht es, die Fettzellen zu entleeren und so die Energie bereitzustellen, die der Körper bei Belastung benötigt. Dieser Vorgang wird als Lipolyse bezeichnet.
4- Sport reduziert begünstigende Faktoren der Cellulite
Stress, schlechter Schlaf, nachlassende Hautspannung – all das sind Faktoren, die Cellulite und Orangenhaut begünstigen. Dabei ist belegt, dass Sport:
- den Cortisolspiegel senkt – das Stresshormon, das Gewichtszunahme und eine Verschlechterung der Hautqualität begünstigt
- die Schlafqualität verbessert, was dem Körper ermöglicht, optimal zu funktionieren
- die Haut in der Tiefe strafft, sodass Cellulite weniger sichtbar wird
Warum glauben manche Menschen, dass Sport Cellulite sichtbarer macht?
Es kommt vor, dass regelmäßig sportlich aktive Frauen dennoch feststellen, dass ihre Cellulite genauso sichtbar – oder sogar noch ausgeprägter – ist. Der Gedankensprung liegt nahe: Sport = Cellulite. Frustriert verlieren sie nicht nur die Freude an sportlicher Aktivität, sondern auch ihr Selbstvertrauen, da sie sich ihren Dellen gegenüber machtlos fühlen.
Doch was passiert, dass Sport Cellulite sichtbarer machen kann? Zwei Gründe erklären dieses Phänomen.
1- Unzureichende Flüssigkeitszufuhr
Manche Menschen glauben, dass sie ihren Körper austrocknen müssen, um Cellulite loszuwerden. Besonders dann, wenn sie unter Wassereinlagerungen leiden, dem Hauptauslöser von wässriger Cellulite, die häufig mit anderen Cellulite-Typen einhergeht. Sie treiben Sport, ohne sich ausreichend zu hydrieren, in der Hoffnung, das in den Geweben gespeicherte Wasser besser auszuleiten. Ein fataler Irrtum! Wassereinlagerungen entstehen im Wesentlichen durch einen Wassermangel. Der Körper, stets darauf ausgerichtet, Vorräte anzulegen, hält das aufgenommene Wasser zurück, weil er sich in einem Mangelzustand befindet. Das reicht aus, um die Sichtbarkeit der Orangenhaut zu verstärken. Ist der Körper hingegen ausreichend hydriert, funktioniert er normal und scheidet überschüssiges Wasser auf natürlichem Weg aus (Urin, Schweiß). Muskeln und Organe arbeiten deutlich effizienter, wenn sie gut mit Flüssigkeit versorgt sind. Und die Cellulite hat die Tendenz, sich auf natürliche Weise zu verringern.
2- Ungeeignete Sportart
Die Wahl der Sportart spielt eine Rolle für das sichtbare Erscheinungsbild von Cellulite, insbesondere wenn diese wässriger Natur ist. Cellulite ist zum Teil auf einen mangelnden venösen und lymphatischen Tonus zurückzuführen. Bestimmte Hochimpaktsportarten sollten daher bei venös-lymphatischer Insuffizienz eher gemieden werden: Tennis, Boxen, Laufen, alpines Skifahren oder Basketball. Warum? Weil sie abrupte Bewegungen beinhalten, auf Stampfen, wiederholten Sprüngen, Erschütterungen sowie häufigen Starts und Stopps basieren. Dadurch können sie die Qualität des venösen und lymphatischen Netzwerks beeinträchtigen und die Mikrozirkulation verlangsamen, anstatt sie anzuregen. Das Ergebnis: Das sichtbare Erscheinungsbild der Cellulite wird verstärkt, besonders wenn diese stark vom Kreislauf abhängig ist.
Sport – eine unverzichtbare Lösung gegen Cellulite
Wie Sie sehen, ist die Behauptung, Sport lasse Cellulite stärker hervortreten, ein Mythos! In bestimmten, zuvor genannten Fällen kann er das Erscheinungsbild von Orangenhaut verstärken. Doch in der überwältigenden Mehrheit der Fälle ist er eine unverzichtbare Anti-Cellulite-Maßnahme!
Einige Tipps für einen optimalen Einstieg in den Sport:
- Um Ihre Cellulite zu reduzieren, setzen Sie auf Ausdauersport. Der Körper beginnt erst nach etwa 45 Minuten körperlicher Aktivität, auf seine Fettreserven zurückzugreifen. Viele Optionen stehen Ihnen zur Verfügung: Fahrradfahren, Schwimmen, Nordic Walking, Skilanglauf, Rollschuhlaufen, Ellipsentrainer.
- Für alle, die unter venös-lymphatischer Insuffizienz leiden: Bevorzugen Sie sanfte Sportarten, mit einem besonderen Plus für Wassersport. Sie haben die Wahl: Schwimmen, Aquagym, Aquabike.
- Denken Sie daran, sich vor, während und nach Ihrer Sporteinheit ausreichend zu hydrieren. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Körper zu etwa 65% aus Wasser besteht. Wenn Sie ihn austrocknen, wird er nicht mehr optimal funktionieren – und das werden Sie spüren! Ein einziges Gebot: Trinken Sie!
- Vernachlässigen Sie nicht die ruhigeren Sportarten, wie Pilates oder Yoga. Sie helfen dabei, die tiefen Muskeln zu stärken, wenig beanspruchte Muskelgruppen zu aktivieren und so den Grundumsatz zu steigern.
- Bringen Sie Abwechslung in Ihre sportlichen Aktivitäten. Ideal sind 3 Sporteinheiten pro Woche, ergänzt durch tägliche Spaziergänge und spielerische Aktivitäten (Spiele, Tanzen). Wir versprechen Ihnen: Ihre Cellulite wird es deutlich spüren!