Rund um Cellulite kursieren viele Mythen. Manche Frauen sind überzeugt, dass sie die Orangenhaut durch Gewichtsverlust loswerden. Mythos oder Wahrheit? Um das zu klären, sehen wir uns zunächst den Unterschied zwischen Fett, Fettpolstern und Cellulite an. Danach geht es um den tatsächlichen Zusammenhang zwischen Gewicht und Cellulite und um die Gewohnheiten, mit denen Sie Ihre Haut im Alltag pflegen können.
Was ist der Unterschied zwischen Fett, Fettpolstern und Cellulite?
Fett, auch Fettgewebe genannt, betrifft den gesamten Körper. Alle Menschen besitzen es in mehr oder weniger großen Mengen, je nach ihrem Körpergewicht. Es ist weich, schmerzlos und erfüllt drei Funktionen: die Thermoregulation, die Stoßdämpfung (Schutz der Organe und Knochen) und die Energiespeicherung. Bei einer Gewichtszunahme kann sich Fett sowohl am Oberkörper (sogenannte androide Körperform) als auch am Unterkörper (sogenannte gynoide Körperform) anlagern. Es befindet sich in der Unterhaut, der tiefsten Hautschicht.
Fettpolster, die sich manchmal (aber nicht immer) als Röllchen zeigen, sind lokale Fettansammlungen an bestimmten Körperstellen, typischerweise an den Love Handles, an den Reiterhosen oder am Unterbauch. Diese ausgeprägten Fettdepots werden oft mit Bewegungsmangel und/oder ungünstigen Ernährungsgewohnheiten in Verbindung gebracht.
Cellulite ist ein deutlich komplexeres Phänomen, das vor allem Frauen betrifft, und zwar die große Mehrheit von ihnen. Sie entsteht durch eine Vergrößerung der Fettzellen (Adipozyten), verbunden mit einer Einlagerung von Wasser im Gewebe. Manchmal wird sie durch eine Fibrose verstärkt, also durch eine Verhärtung der stützenden Fasern der Lederhaut. Sie ist also vielgestaltig. Außerdem ist sie multifaktoriell: Die hormonelle Aktivität, Veranlagung, Stress, Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung, Durchblutungsprobleme oder auch Rauchen können ihr Auftreten begünstigen.
Hängt Cellulite mit dem Gewicht zusammen?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Hier ist der Grund.
Cellulite betrifft mindestens 90 % der Frauen, unabhängig davon, ob sie kurvig oder schlank, sportlich oder nicht sind. Die Körperfülle spielt also nur eine geringe Rolle, denn ihr Auftreten ist vor allem mit der Funktionsweise (hormonelle Schwankungen von der Pubertät bis zu den Wechseljahren) und mit der Physiognomie (Anzahl und Verteilung der Adipozyten, Gewebestruktur) des weiblichen Körpers verbunden.
Außerdem gibt es nicht nur eine, sondern verschiedene Formen von Cellulite.
- Die Wassercellulite wird zum Beispiel auch „Cellulite bei Schlanken“ genannt. Tatsächlich hängt sie vor allem mit Wassereinlagerungen zusammen, die wiederum auf eine schlechte venös-lymphatische Zirkulation zurückgehen. Mit dem Gewicht hat sie also nichts zu tun.
- Die fettbedingte Cellulite kann zwar auch schlanke Frauen betreffen, ist aber bei kurvigeren Frauen häufiger. Warum? Weil sie oft durch eine zu reichhaltige Ernährung und/oder zu wenig Bewegung verstärkt wird.
- Die verhärtete Cellulite, auch fibröse Cellulite genannt, entsteht durch eine Verhärtung der Kollagenfasern, die die Adipozyten umgeben. Auch sie geht meist mit einem insgesamt ungünstigen Lebensstil einher, mit Bewegungsmangel und langfristig zu üppiger Ernährung.
Sie haben es also verstanden: Gewicht und Cellulite sind nicht zwangsläufig voneinander abhängig. Man kann schlank sein und dennoch von Orangenhaut betroffen sein – genauso wie man etwas zunehmen kann, ohne deshalb mehr Cellulite zu entwickeln, als bereits vorhanden ist.
Kann Gewichtsverlust Cellulite verschwinden lassen?

Sagen wir es gleich ganz offen: Nein, denn bei Cellulite ist nichts einfach.
Ein Gewichtsverlust führt zu einem Fettabbau: Der Körper greift auf seine Fettreserven zurück, egal wo sie sich befinden. Eine Gewichtsabnahme führt übrigens nicht zwangsläufig dazu, dass hartnäckige, lokal begrenzte Fettpolster verschwinden. So beklagen viele Frauen, dass sie an der Brust abnehmen, aber ihr kleines Bauchpolster trotz verlorener Kilos behalten.
Was Cellulite betrifft: Eine sinkende Zahl auf der Waage reicht nicht aus, um sie verschwinden zu lassen. Besser ist es, eine ausgewogene und gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine mechanische Wirkung durch Massagen zu kombinieren (Lymphdrainage bei Wassercellulite, Zupfmassage bei fettbedingter Cellulite). Diese Gewohnheiten sollten Sie außerdem langfristig beibehalten.
„Meine Cellulite ist komplett weg“: Wie lässt sich das erklären?
Manche Frauen berichten, dass ihnen beim Abnehmen auch weniger Orangenhaut aufgefallen ist. Das widerspricht dem oben Gesagten nicht. Fettbedingte Cellulite wird oft durch eine zu reichhaltige Ernährung und zu wenig Bewegung verstärkt. Diese Frauen haben oft gleichzeitig ihre Gewohnheiten geändert: Im Mittelpunkt stehen vor allem diese neuen Gewohnheiten, weniger die Zahl auf der Waage.
Wassercellulite hingegen hängt nicht mit dem Gewicht zusammen: Sie kann auch bei zierlichen Frauen sichtbar bleiben.
Anstatt sich also auf ein zu erreichendes „Idealgewicht“ zu fixieren und darauf zu hoffen, dass die Cellulite dann verschwindet, ist es besser, den allgemeinen Lebensstil neu auszurichten:
- Essen Sie abwechslungsreich, vor allem möglichst naturbelassene Lebensmittel, und kochen Sie Ihre Mahlzeiten selbst.
- Reduzieren Sie Zucker, Salz und gesättigte Fette.
- Treiben Sie jede Woche Sport, zum Beispiel im Wasser.
- Gehen Sie täglich spazieren. Mehr zu dieser einfachen Gewohnheit lesen Sie in unserem Artikel über die venös-lymphatische Zirkulation.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf.
- Massieren Sie sich jeden Tag, zum Beispiel mit unserer Anti-Cellulite-Schröpfglocke und unserem Anti-Cellulite-Massageöl.
Häufige Fragen
Was hilft gegen Cellulite?
Eine einzige Lösung gibt es nicht, denn Cellulite hat viele Ursachen. Setzen Sie deshalb besser langfristig auf mehrere gute Gewohnheiten: eine abwechslungsreiche, möglichst naturbelassene Ernährung, Sport jede Woche, tägliche Spaziergänge, der Verzicht aufs Rauchen und regelmäßige Massagen. Die Tipps am Ende des Artikels fassen diese Gewohnheiten zusammen.
Wie wird man Cellulite an den Oberschenkeln los?
Für die Oberschenkel gelten dieselben Tipps: ein ausgewogener Lebensstil, regelmäßige Bewegung, Spaziergänge und eine tägliche Massage. Passen Sie die Massagetechnik an die Art der Cellulite an, zum Beispiel die Zupfmassage bei fettbedingter Cellulite. Für Reiterhosen finden Sie gezieltere Tipps in einem eigenen Artikel.
Was tun gegen Cellulite am Bauch?
Unterscheiden Sie zunächst zwischen Cellulite und einem kleinen Bauchpolster, also einer lokalen Fettansammlung. Wie im Artikel erklärt, verschwindet ein solches Polster nicht zwangsläufig, wenn das Gewicht sinkt. Bei Cellulite können Sie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßigen Sport und Massagen in eine Routine einbauen, die Sie langfristig beibehalten.
Was kann man gegen Cellulite an den Armen tun?
Für die Arme gelten dieselben Gewohnheiten wie für den restlichen Körper: abwechslungsreich und naturbelassen essen, sich jede Woche bewegen, täglich spazieren gehen und sich regelmäßig massieren. Die Tipps am Ende des Artikels fassen diese Gewohnheiten zusammen. Entscheidend ist, dass Sie sie beständig beibehalten.
Ähnliche Artikel
- Kann man Cellulite dauerhaft entfernen?
- Was ist der Unterschied zwischen Cellulite und Orangenhaut?
- Dehnungsstreifen und Cellulite: Was ist der Unterschied?
Nützliche Kategorien: Alles über Cellulite.



