Als uralte, überlieferte Praxis mit spirituellem Ursprung wird Fasten seit einigen Jahren vor allem wegen seiner positiven Effekte auf das Wohlbefinden geschätzt. Doch ist Fasten wirklich gut? Kann 24-Stunden-Fasten dabei helfen, sich fitter zu fühlen oder sogar Gewicht zu verlieren?
Sommaire
Was ist 24-Stunden-Fasten?
24-Stunden-Fasten ist ein Flüssigkeitsfasten, das heißt, es beruht auf dem vollständigen Verzicht auf Nahrung bei der Möglichkeit zu trinken, vorausgesetzt, die Getränke sind kalorienfrei. Das bedeutet: 24 Stunden lang isst man nichts, darf aber nach Belieben trinken – Wasser und Kräutertees sowie eventuell morgens ein mit Wasser verdünnter Zitronensaft und eine klare Gemüsebrühe ohne Salz und Fett. Außerdem setzt es voraus, auf anregende Substanzen wie Tee, Kaffee oder Tabak zu verzichten.
Wichtig ist außerdem, dass während der Fastenphase empfohlen wird, stressige Situationen zu vermeiden und körperlich nicht völlig inaktiv zu bleiben, also sich weiterhin gut zu dehnen, oder auch spazieren zu gehen , um den Stoffwechsel zu aktivieren.
Diese Form des intermittierenden Fastens wird – ebenso wie periodisches Fasten oder die 5:2-Diät – immer beliebter. Ihr werden nämlich viele Vorteile zugeschrieben. Doch welche sind das eigentlich?
Vorteil Nr.1 des 24-Stunden-Fastens: das Verdauungssystem entlasten
Während des 24-Stunden-Fastens kommt das Verdauungssystem zur Ruhe. Der Magen muss keine Nahrung mehr verdauen, da nichts aufgenommen wird. Noch interessanter: Die Bauchspeicheldrüse muss kein Insulin mehr ausschütten, jenes Hormon, das Glukose aus der Nahrung in Energiereserven umwandelt. Gleiches gilt für Leber und Gallenblase, die nicht mehr durch den Verdauungsprozess beansprucht werden. Das Gefühl von Leichtigkeit während eines 24-Stunden-Fastens ist also nicht nur darauf zurückzuführen, dass sich keine Nahrung im Bauch befindet, sondern auch darauf, dass keine Verdauung stattfindet – und die kostet den Körper bekanntermaßen viel Energie!
Vorteil Nr.2: die Ausscheidungsorgane anregen
24-Stunden-Fasten ist ein Flüssigkeitsfasten: es regt dazu an, reichlich zu trinken. Und wir alle wissen, dass wir oft nicht genug trinken. Dabei kann man ohne Trinken nicht überleben, und mehr noch: Wasser trägt zum reibungslosen Funktionieren des Körpers bei. Das ist einer der Vorteile des Fastens: Es lädt dazu ein, gut hydriert zu bleiben und so die Ausscheidungsorgane zu unterstützen. Nieren, Haut, Lunge und Darm scheiden das aufgenommene Wasser auf natürliche Weise wieder aus und geben dabei auch Stoffwechselabfälle mit ab. Eine Art Detox im Expressformat! Ein weiterer Grund, mehr zu trinken: Der Körper produziert während des Fastens stickstoffhaltige Abfallstoffe, da er sich in Ketose befindet. Eine reichliche Flüssigkeitszufuhr hilft, diese gut auszuscheiden.
Vorteil Nr.3: oxidativen Stress verringern
Fasten führt zu einem paradoxen Phänomen: Es verursacht einen leichten Anstieg des oxidativen Stresses (einen Überschuss an freien Radikalen im Körper, die Zellen und insbesondere die DNA angreifen), aber auch eine bessere Widerstandskraft dagegen. Tatsächlich ist der Anstieg freier Radikale nur vorübergehend: Unser Körper reagiert, indem er die Produktion antioxidativer Enzyme erhöht. 24-Stunden-Fasten setzt also einen leichten oxidativen Reiz und regt den Körper so dazu an, sich anzupassen und widerstandsfähiger zu werden.
Vorteil Nr.4: die Insulinsensitivität erhöhen
Könnte 24-Stunden-Fasten ein Mittel gegen Diabetes sein? Wenn es regelmäßig praktiziert wird (zum Beispiel einen Tag pro Woche, jede Woche), ermöglicht es dem Körper, weniger Insulin auszuschütten und so einer Insulinresistenz vorzubeugen. Denn während eines Tages muss der Körper keine Kohlenhydrate verstoffwechseln:
- Die Bauchspeicheldrüse schüttet kein Insulin mehr aus;
- der Blutzuckerspiegel sinkt;
- der Körper greift schließlich auf seine Fettreserven als Energiequelle zurück;
- wenn wieder eine normale Ernährung aufgenommen wird, reagiert der Organismus deutlich sensibler auf Insulin, sodass es nicht mehr „in Massen“ produziert wird.
Vorteil Nr.5: das Hungergefühl wieder wahrnehmen
Was passiert, wenn man aufhört zu essen? Man bekommt Hunger, natürlich! Und das ist etwas Gutes, denn Essen wird allzu oft von der Uhr bestimmt („Es ist Essenszeit“) statt von echtem Hungergefühl. 24-Stunden-Fasten hat den Vorteil, uns wieder mit den physiologischen Hungersignalen in Kontakt zu bringen: ein knurrender Bauch, trockener Mund, vorübergehende Müdigkeit (Unterzuckerung), manchmal Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen. Wenn man anschließend wieder zum normalen Essrhythmus zurückkehrt, kann man besser erkennen, wann man wirklich hungrig ist und wann man mit dem Essen aufhören sollte (das berühmte Sättigungsgefühl), weil man mehr auf die Signale des eigenen Körpers achtet.
Häufige Fragen zum 24-Stunden-Fasten
Wie beginnt man mit 24-Stunden-Fasten?
Wann immer Sie möchten – am besten an einem ruhigen Tag ohne besondere soziale Verpflichtungen: keine Familieneinladung, keine Arbeit, keine Treffen mit Freunden. Empfohlen wird außerdem, das Fasten nach dem Abendessen zu beginnen und die Nahrungsaufnahme erst am Abend des folgenden Tages wieder aufzunehmen.
Ist es gefährlich, 24 Stunden zu fasten?
Nicht wirklich, vorausgesetzt natürlich, man ist gesund. Eine weitere Empfehlung: 24-Stunden-Fasten wird abgeraten für schwangere Frauen und Stillende sowie für Menschen mit Essstörungen oder chronischen Erkrankungen (insbesondere Diabetes). Eine vorherige ärztliche Rücksprache ist immer sinnvoll!
Hilft diese Form des Fastens beim Abnehmen?
Die Meinungen gehen auseinander. Ein einziges 24-Stunden-Fasten im Leben hat absolut keine Auswirkung auf das Gewicht. Wird es jedoch regelmäßig praktiziert (zum Beispiel einmal pro Woche), könnte es eventuell beim Abnehmen helfen. Es scheint jedoch, dass Fasten stärkere Auswirkungen auf das Gewicht von Menschen mit Adipositas hat als bei Personen, deren Gewicht bereits als normal gilt.
Welche Nebenwirkungen hat 24-Stunden-Fasten?
Sie können etwas unangenehm sein: Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, aber auch Auswirkungen auf die Stimmung mit emotionaler Empfindlichkeit und Reizbarkeit sowie auf die Konzentrationsfähigkeit (das Gehirn braucht Glukose, um gut zu funktionieren). Doch 24-Stunden-Fasten ist kurz, und sobald es beendet ist, normalisiert sich alles wieder.