Du bist bereits in sehr guter Form – dank deines regelmäßigen Fitness-Trainings. Herzlichen Glückwunsch! Und dennoch würdest du dir etwas mehr Muskeln wünschen. Das verstehen wir gut! Wusstest du, dass der Einsatz eines Kettlebells bei deinen Übungen die Intensität deutlich steigern kann – für sichtbare Ergebnisse in kürzester Zeit? Alles, was du über das Kettlebell wissen musst, dieses Krafttrainings-Accessoire, das auch für Frauen bestens geeignet ist, erfährst du hier!
Sommaire
Was ist ein Kettlebell?
Ein Kettlebell (oder Girya) ist das traditionelle Trainingsgerät des Girevoy, einer russischen Kraftsportdisziplin. Diese Sportart umfasst verschiedene Wettkampfübungen wie Stoßen, Reißen oder Umsetzen und Stoßen und erinnert an das Gewichtheben. Das Kettlebell ist dabei das Gerät, mit dem diese Disziplin ausgeübt wird. Es handelt sich um einen massiven, kugelförmigen Körper – ähnlich einer kleinen Kanonenkugel –, meist aus Gusseisen gefertigt, mit einem bogenförmigen Griff. Im sportlichen Wettkampf gibt es verschiedene Gewichtsklassen: 16 kg, 24 kg oder 32 kg.
Doch das Kettlebell hat längst seinen Weg in den Alltag gefunden und wird heute in Kraft- und Fitness-Studios weit verbreitet für die allgemeine Fitness eingesetzt. Inzwischen sind Kettlebells in allen Gewichtsklassen erhältlich (die leichtesten beginnen bei 2 oder 4 kg) – es gibt sogar Modelle mit variablem Gewicht.
Welche Vorteile bietet ein Training mit dem Kettlebell?
Fitnessübungen mit zusätzlichem Gewicht – wie mit einem Kettlebell oder Kurzhanteln – bieten klare Vorteile beim Muskelaufbau. Das Gewicht steigert die Intensität jeder Bewegung erheblich. So gilt:
- Ein Kettlebell-Training steigert die Muskelkraft.
- Da die Muskelmasse schneller an Volumen und Dichte zunimmt, wird der Grundumsatz deutlich angekurbelt.
- Übungen mit dem Kettlebell erfordern Aufmerksamkeit, Konzentration und ausgeprägte motorische Koordination.
- Ausdauer, Belastbarkeit, Kraft und Explosivität werden gesteigert.
Das Kettlebell wird daher häufig eingesetzt, um die Wirkung klassischer Fitnessübungen zu verstärken. Und es ist keineswegs nur etwas für Männer. Immer mehr Frauen greifen zum Kettlebell, denn der Trend geht zu straffen, muskulösen Silhouetten. Also lass dich als Frau von diesem Gerät nicht abschrecken – es ist absolut zugänglich!
Welche Übungen eignen sich für Frauen mit dem Kettlebell?
Ein kurzer Hinweis vorab: Wenn du Anfängerin bist und noch nie mit einem Kettlebell trainiert hast, empfiehlt es sich, mit 8 kg zu beginnen (wenn du deine Arme trainieren möchtest) oder mit 12 kg (wenn du die untere Körperhälfte stärken willst). Für erfahrene Sportlerinnen sind Kettlebells zwischen 10 und 16 kg besser geeignet. Diese Gewichte mögen hoch erscheinen. Aber bedenke: Ein Kettlebell funktioniert anders als Kurzhanteln. Dank seines Griffs lässt es sich leicht fassen und erfordert gleichzeitig den Einsatz des gesamten Körpers – das Gewicht lastet also nicht allein auf den Armen! Leichte Kettlebells mögen verlockend wirken. Doch laut vielen Fitness-Coaches bringt eine Einheit mit einem 4-kg-Kettlebell kaum Nutzen. Jetzt weißt du Bescheid!
Übung Nr1: Klassische Squats

Die klassischen Squats lassen sich hervorragend mit einem Kettlebell kombinieren. Das Gerät steigert die Intensität der Übung – ideal für alle Frauen, die sich straffe Gesäßmuskeln und definierte Oberschenkel wünschen!
- Starte die Übung im Stand, Beine schulterbreit geöffnet, Füße leicht nach außen gedreht.
- Halte das Kettlebell mit beiden Händen.
- Beim Einatmen die Beine beugen und absenken, Gesäß nach hinten schieben, ohne den Rücken zu stark zu wölben. Gleichzeitig das Kettlebell auf Augenhöhe vor dir anheben.
- Absenken, bis die Oberschenkel parallel zum Boden sind.
- Beim Ausatmen wieder aufrichten.
Starte mit 2 Sätzen à 10 Squats. Anschließend kannst du:
- Die Anzahl der Wiederholungen pro Satz erhöhen
- Die Anzahl der Sätze erhöhen
- Das Gewicht des Kettlebells steigern
Übung Nr2: Squat-Variation

Um die Übung noch anspruchsvoller zu gestalten und gleichzeitig Arme und Schultern zu kräftigen, hier eine Variation des klassischen Squats.
- Nimm die Ausgangsposition des Squats ein – mit einem Unterschied: Halte das Kettlebell nur mit einer Hand.
- Gehe in den Squat und hebe dabei das Kettlebell mit gestrecktem Arm über den Kopf. Der andere Arm ist gestreckt vor dir ausgestreckt.
- Aufrichten und 10 Mal wiederholen, dann die Hand wechseln.
Integriere 2 Sätze à 20 Squats in deine Sport-Routine.
Übung Nr3: Deadlifts

Dies ist die grundlegende Kettlebell-Übung. Sie hilft dir, dich mit dem Gerät vertraut zu machen, und trainiert gleichzeitig Arme, Schultern, Gesäß und Bauchmuskulatur.
- Starte im Stand, Füße hüftbreit auseinander, Beine leicht gebeugt. Platziere das Kettlebell zwischen deinen Beinen auf dem Boden.
- Rücken gerade, Becken nach hinten gekippt, Brust nach vorne – greife den Griff des Geräts.
- Beim Einatmen aufrichten. Das Becken kippt nach vorne, die Bauchmuskeln sind angespannt, das Gesäß kontrahiert, die Oberschenkel aktiv. Dein Rücken trägt nicht das Gewicht.
- Beim Ausatmen wieder absenken, bis das Kettlebell den Boden berührt. Das Becken kippt zurück, der Rücken bleibt gerade, alle Muskeln bleiben aktiv.
Beginne mit 2 Sätzen à 10 Deadlifts, steigere dich dann auf 3 oder 4 Sätze, sobald du Übung hast.
Übung Nr4: Swings

Eine klassische Kettlebell-Übung, die sich bestens für Frauen eignet. Sie hat den Vorteil, den gesamten Körper zu trainieren: Ischiokrurale Muskeln, Gesäß, Rücken, Schultern und Bauch.
- Starte im Stand, Füße schulterbreit auseinander, Knie leicht gebeugt. Das Becken ist nach hinten gekippt, ohne übermäßige Hohlkreuzbildung.
- Halte das Kettlebell mit ausgestreckten Armen und platziere es zwischen deinen Beinen. Der Antrieb kommt aus den Beinen. Die Schultern sind entspannt.
- Beim Einatmen aufrichten, indem du das Becken nach vorne kippst. Das Gesäß wird aktiv eingesetzt. Diese Hüftstreckung sollte explosiv genug sein, um das Kettlebell mit gestreckten Armen nach oben zu schwingen.
- Dann zurück in die Ausgangsposition, indem du das Kettlebell kontrolliert absinken lässt (Pendelbewegung). Die Bewegung muss dabei zügig und kontrolliert bleiben: Rücken gerade, Bauch angespannt, Arme gestreckt. Das Pendeln kommt aus dem Becken – nicht aus dem Rücken, den Armen oder den Beinen.
Die Swing-Bewegung ist sehr technisch. Starte daher mit 2 Sätzen à 5 bis 10 Swings. Sobald du die Technik beherrschst, kannst du die Anzahl in deiner Fitness-Session steigern.
Übung Nr5: Russian Twists

Die Russian Twists – unschlagbar für eine starke Körpermitte – profitieren besonders vom Einsatz des Kettlebells.
- Setze dich auf den Boden, balanciere auf den Sitzknochen, Knie gebeugt, Füße flach auf dem Boden, Oberkörper leicht nach hinten geneigt.
- Halte das Kettlebell mit beiden Händen.
- Beim Einatmen eine Rotationsbewegung nach links ausführen und das Gerät Richtung Boden führen. Die Bauchmuskeln arbeiten – nicht der Rücken.
- Beim Ausatmen zurück in die Mitte.
- Beim nächsten Einatmen dieselbe Rotationsbewegung nach rechts ausführen, dann zurück in die Mitte.
Du kannst 2 bis 3 Sätze à 20 Twists in deine Routine integrieren, also 10 pro Seite.
Übung Nr6: Ausfallschritte

Die „beschwerten“ Ausfallschritte erfordern nicht ein, sondern zwei Kettlebells! Perfekt, um die Wirkung der Übung zu verstärken und Oberschenkel in Topform zu bringen!
- Stehe aufrecht, Füße hüftbreit auseinander, Arme seitlich am Körper, ein Kettlebell in jeder Hand.
- Beim Einatmen einen Schritt nach vorne mit dem rechten Bein machen, während das linke Bein gestreckt hinter dir bleibt. Die Arme bleiben gestreckt seitlich am Körper.
- Absenken, bis der rechte Oberschenkel parallel zum Boden ist und der linke senkrecht dazu steht. Das Körpergewicht liegt auf dem rechten Oberschenkel, der Rücken ist gerade, der Körper in einer Linie. Die Kettlebells sind nah am Boden, ohne ihn zu berühren.
- Beim Ausatmen aus dem rechten Oberschenkel heraus aufrichten, ohne die Arme zu beugen.
- 10 Mal wiederholen, dann das Bein wechseln.
Starte mit 2 Sätzen à 20 Ausfallschritten und füge nach und nach 1 bis 2 weitere Sätze hinzu.