Es ist ein universelles Phänomen: Viele Frauen sind stets auf der Suche nach natürlichen Mitteln, um sich in ihrem Körper wohler zu fühlen und ihre Figur zu pflegen. Die Beweggründe sind vielfältig: eine gute Form bewahren, den eigenen Körper lieben, gesund bleiben. Dabei stößt man schnell auf Hausmittel aus Großmutters Zeiten. Eines davon ist besonders bekannt: die Kirschstiele. Man bekommt sie im Kräuterfachhandel, lose, im Teebeutel oder als Kapseln, oft als „Schlankheitstee“ schlechthin angepriesen. Was ist wirklich dran? Hier erfahren Sie, was über ihre Inhaltsstoffe und ihre traditionelle Verwendung bekannt ist und worauf Sie achten sollten, ohne falsche Versprechen.
Was sind Kirschstiele?
Wenn wir von Kirschstielen sprechen, meinen wir weder die Blätter noch die saftigen, köstlichen Früchte … Unser Augenmerk gilt den Pedunkeln, dem kleinen Stiel, der die Kirsche mit dem Zweig verbindet, sie trägt und hält. Verwendet werden sowohl die Stiele der Süßkirsche (lateinisch Prunus avium) als auch die der Sauerkirsche (Prunus cerasus). Man bereitet sie als Aufguss, Kräutertee oder Abkochung zu. Sie gelten seit jeher als einfaches und natürliches Hausmittel der französischen Volksüberlieferung.
Nach der Kirschernte werden die Stiele beiseitegelegt und getrocknet, um sie mehrere Monate haltbar zu machen. Die Überlieferung schreibt ihnen verschiedene Eigenschaften zu, und am bekanntesten ist zweifellos ihr Ruf in Sachen schlanke Linie. Für eine Wirkung auf das Gewicht, auf Cellulite oder auf die Gesundheit gibt es beim Menschen jedoch keine verlässlichen Studien. In Europa ist für sie zudem keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.
Kirschstiele: Welche Inhaltsstoffe stecken darin?
In Analysen der Pedunkel finden sich vor allem folgende Inhaltsstoffe:
- Polyphenole, darunter Flavonoide und andere Phenole, die auch in vielen Obst- und Gemüsesorten sowie in Tee vorkommen;
- Gerbstoffe (Tannine), die für den leicht herben Geschmack verantwortlich sind;
- Kaliumsalze, also ein Mineralstoff, der in zahlreichen Pflanzen enthalten ist.
Eine Tasse Tee liefert davon nur geringe Mengen, und der Gehalt schwankt je nach Sorte, Ernte und Trocknung. Ein Kräutertee ist also in erster Linie ein warmes Getränk, das einfach zu Ihrer täglichen Flüssigkeitszufuhr zählt.
Vor allem traditionelle Anwendungen
In der Volksmedizin wurden Kirschstiele verwendet, um „den Harnfluss anzuregen“, etwa bei Gelenkbeschwerden oder Problemen mit den Harnwegen. Diese Anwendungen beruhen auf Überlieferung und wurden nicht durch belastbare Studien bestätigt. Ein Tee ist keine Behandlung für Arthritis (eine akute oder chronische Gelenkentzündung), für eine Harnwegsinfektion oder für eine Nephritis (eine Nierenentzündung). Wenn Sie beim Wasserlassen ein Brennen spüren, Gelenkschmerzen haben oder Ihre Beine anschwellen, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt, statt sich selbst zu behandeln.

Kirschstiele, Gewicht und Cellulite: Was Sie wissen sollten
Nieren und Leber filtern jeden Tag die Abfallstoffe des Organismus und scheiden sie aus, ganz ohne Kur.
Pflanzen, denen eine entwässernde Wirkung nachgesagt wird, wie Kirschstiele, lassen kein Fett verschwinden, und das gilt für jeden Tee. Wer mehr trinkt, muss schlicht öfter auf die Toilette, und dieses Wasser hat nichts mit Fettmasse zu tun. Weniger zu trinken, um „abzuschwellen“, wäre übrigens keine gute Idee: Der Körper braucht den ganzen Tag über Flüssigkeit.
Bei Cellulite gilt dasselbe. Ob es sich um Fettzellen handelt oder um Orangenhaut im Zusammenhang mit Wassereinlagerungen: Kein Tee wirkt auf die Dellen. Auch das Gefühl schwerer Beine hat unterschiedliche Ursachen, zum Beispiel Hitze, langes Stehen oder die Venen. Hält es an, sollten Sie es ärztlich abklären lassen.
Eine ganzheitliche Routine
Wenn Ihnen der Geschmack von Kirschstiel-Tee zusagt, spricht nichts dagegen, ab und zu eine Tasse zu genießen. Für Ihre Figur und Ihre Haut setzen Sie besser auf einfache Gewohnheiten. Trinken Sie regelmäßig Wasser, bewegen Sie sich täglich, gehen Sie zu Fuß und nehmen Sie die Treppe. Achten Sie außerdem auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Bei der Pflege hilft eine regelmäßige Massage der betroffenen Zonen, mit der Hand oder mit einer Schröpfglocke, das Hautbild glatter wirken zu lassen.
Wie bereitet man Kirschstiele zu?
Kirschstiele sind heute in verschiedenen Formen erhältlich: getrocknet für Kräutertee oder Teeaufguss, aber auch als Kapseln. Getrocknete Stiele bekommen Sie im Kräuterladen, in der Apotheke oder im Bioladen. Wenn Sie die Stiele selbst trocknen möchten, wählen Sie unbehandelte Kirschen und spülen die Stiele ab. Lassen Sie sie dann lichtgeschützt trocknen und bewahren Sie sie in einem gut verschlossenen Glas auf.
Der Kirschstiel-Kräutertee

Der Kirschstiel-Tee war früher ein klassisches Hausmittel. Er lässt sich ganz einfach zu Hause zubereiten, und getrocknete Kirschstiele sind heute auch in Kräuterläden, Apotheken oder im Bioladen erhältlich. Zubereitung: Geben Sie zwei Esslöffel getrocknete Stiele in einen Liter Wasser und bringen Sie alles zum Kochen. Lassen Sie es etwa zehn Minuten leicht köcheln, dann etwas abkühlen und abseihen. Der Geschmack ist leicht herb. Mit einer Zitronenscheibe, einer Prise Zimt oder einem Löffel Honig wird er milder.
Für den Dekokt: Geben Sie eine kleine Handvoll getrocknete Kirschstiele in einen Liter kaltes Wasser und lassen Sie alles über Nacht ziehen. Anschließend etwa 20 Minuten kochen lassen. Abkühlen lassen, abseihen und trinken.
Der Dekokt braucht zwar etwas mehr Zeit, durch die lange Ziehzeit ergibt er aber ein kräftigeres Getränk.
Der Kirschstiel-Aufguss
Der Kirschstiel-Aufguss ist milder als der Dekokt. Zubereitung des Aufgusses: Es handelt sich um einen einfachen Aufguss. Einen Liter Wasser zum Kochen bringen und eine kleine Handvoll getrocknete Kirschstiele etwa 10 Minuten im heißen Wasser ziehen lassen. Danach die Stiele herausnehmen oder den Aufguss abseihen. Bewahren Sie ihn an einem kühlen Ort auf, am besten im Kühlschrank, und trinken Sie ihn im Laufe des Tages.
Das sollten Sie beachten
- Ein Tee ersetzt weder eine Behandlung noch den Rat einer Ärztin oder eines Arztes.
- Verzichten Sie in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern sowie bei Nieren- oder Herzerkrankungen auf Tees, denen eine entwässernde Wirkung nachgesagt wird.
- Wenn Sie Medikamente einnehmen, insbesondere ein Diuretikum oder ein Mittel gegen Bluthochdruck, fragen Sie vorher in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke um Rat.
- Erwarten Sie keine Veränderung Ihrer Figur: Etwas Wasser auszuscheiden hat nichts mit Fettabbau zu tun.
Und die Kirschstiel-Kapseln?
Kirschstiele sind auch als Kapseln oder Ampullen erhältlich, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Für eine Wirkung auf die Ausleitung von Wasser oder auf Cellulite gibt es jedoch keine verlässlichen Studien. Sie sind kein Appetitzügler und ersetzen keinesfalls eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung. Wenn Sie sie einnehmen, halten Sie sich an die Dosierung auf der Packung und trinken Sie über den Tag verteilt wie gewohnt eine ausreichende Menge Wasser. Die Einnahme sollte außerdem in Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke erfolgen, vor allem wenn Sie Medikamente einnehmen.
Auch unsere Kapseln sind ein Nahrungsergänzungsmittel. Ihre Zusammensetzung und die empfohlene Tagesdosis finden Sie auf der Produktseite und auf der Verpackung. Wie jedes Nahrungsergänzungsmittel ersetzen sie weder eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung noch eine gesunde Lebensweise. Überschreiten Sie die angegebene Dosis nicht und bewahren Sie die Kapseln außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern auf. In Schwangerschaft und Stillzeit oder bei laufender Behandlung holen Sie bitte den Rat einer medizinischen Fachperson ein.
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