Bestimmte körperliche Veränderungen – übermäßiger Sport, Schwangerschaft, Gewichtszunahme – können dazu führen, dass die Haut an Festigkeit verliert. Es entstehen weißliche Streifen, die gemeinhin als Schwangerschaftsstreifen bezeichnet werden. Diese stellen für viele Menschen, insbesondere Frauen, ein ästhetisches Anliegen dar. Schneckenschleim gilt als natürliche Alternative für diese Problematik.
Was steckt im Schneckenschleim?
Schneckenschleim ist ein Mucus, den der Körper der Schnecke absondert und der ihren Bauch vor scharfen Oberflächen schützt. Er wird in der Regel von der Art Helix Aspersa schonend und unter strengsten Hygienebedingungen gewonnen. Aufbereitet und gelagert, ist die wertvolle Ernte mit ihren zahlreichen Eigenschaften für vielfältige Anwendungen bestimmt – darunter die Pflege bei Schwangerschaftsstreifen. Die Zusammensetzung des Schleims erklärt dabei seine Wirksamkeit in der Kosmetik. Bestimmte Wirkstoffe wie Kollagen und Elastin, Glykolsäure, Allantoin sowie die Vitamine A, C und E sind im Schneckenschleim in konzentrierter Form enthalten.
Kann Schneckenschleim wirklich dabei helfen, Schwangerschaftsstreifen zu reduzieren?
Jeder der im Schneckenschleim enthaltenen Wirkstoffe trägt zu seiner nachgewiesenen Wirksamkeit bei der Pflege von Schwangerschaftsstreifen bei. Der Schneckenschleim gegen Schwangerschaftsstreifen enthält folgende Wirkstoffe:
- Kollagen und Elastin wirken dem Entstehen von Mimikfalten und Fältchen entgegen. Sie straffen und festigen die Haut, indem sie ihre Geschmeidigkeit und Elastizität erhöhen. Dadurch wird der Alterungsprozess verlangsamt.
- Glykolsäure regt den Zellstoffwechsel und die Hautfeuchtigkeit an. Sie sorgt für eine sanfte und schrittweise Exfoliation der obersten Epidermisschicht, indem sie die Lipidbindungen auflöst, die abgestorbene Hautzellen zusammenhalten. Diese Säure trägt außerdem dazu bei, die anderen Epidermisschichten und die Dermisstruktur zu stärken.
- Allantoin im Schneckenschleim fördert die Geweberegeneration durch seine zellproliferative Eigenschaft. Bekannt für seine heilungsfördernde Wirkung, entfaltet dieses Enzym zudem einen anti-irritativen, beruhigenden, reinigenden und pflegenden Effekt. Das Besondere am Allantoin aus Schneckenschleim liegt vor allem in seiner Bioverfügbarkeit, die deutlich höher ist als die des synthetischen Allantoins, das in der konventionellen Kosmetik eingesetzt wird.
- Vitamin E regt die Synthese von Glykosaminoglykanen an, die für die intensive Wasserbindung in den Hautzellen verantwortlich sind. Mit anderen Worten: Dieses Vitamin sorgt für eine gute Hautfeuchtigkeit und wirkt Unreinheiten, Trockenheit, Lichtschäden, Streifen sowie UV-bedingten Hautveränderungen entgegen. Es ist zudem an der Kollagensynthese beteiligt und trägt so zur Geschmeidigkeit der Haut bei. Das im Schneckenschleim enthaltene Vitamin E verleiht dem Teint einen aufgehellten, strahlenden Effekt.
- Vitamin A wirkt in Verbindung mit Vitamin E bei der Feuchtigkeitsversorgung des Gewebes und der Erneuerung der Hautzellen. Es verfeinert die Hauttextur, indem es die Enzymaktivität verbessert. Vitamin A verlangsamt zudem den Ausdünnungsprozess der Epidermis und stärkt die Elastizität der Haut.
- Vitamin C verbessert den Hautton und verfeinert die Hauttextur. Es reduziert Pigmentflecken und schützt die Haut vor mikrobiellen Einflüssen.
Das Zusammenspiel aller genannten Wirkstoffe verleiht dem Schneckenschleim eine große Bandbreite an Eigenschaften. Er besitzt ausgeprägte regenerierende und heilungsfördernde Eigenschaften sowie eine exfolierende und verjüngende Wirkung. Er verbessert außerdem die Elastizität und Feuchtigkeit der Haut. Dank bestimmter natürlicher Antibiotika wird ihm zudem eine nachgewiesene antibakterielle und antivirale Schutzwirkung zugeschrieben. Seine Wirksamkeit bei der Pflege von Akne, Falten, Narben, Couperose, Verbrennungen und Schwangerschaftsstreifen gilt daher als belegt.
Wie wird Schneckenschleim gewonnen?
Es ist wichtig zu betonen, dass die Gewinnung des Schleims unter Schonung des Tieres erfolgt. Dies trägt auch zur Rentabilität der Zucht bei, da die Tiere regelmäßig gemolken werden können, bevor sie später für den Verzehr verkauft werden. Je jünger die Schnecke, desto höher das Risiko, dass sie bei der Gewinnung stirbt. Es wird daher empfohlen, Tiere im Alter von 6 bis 8 Monaten oder älter zu verwenden.
Konkret besteht die Gewinnung darin, die ausgewählten Schnecken zu wiegen und sorgfältig zu reinigen. Dies kann mit Wasser mit neutralem pH-Wert erfolgen. Anschließend werden schonende und stimulierende Techniken eingesetzt, um die Schleimabsonderung anzuregen. Dabei kommen in der Regel Lösungen auf Basis von Natriumchlorid, Thermalschlamm oder destilliertem Wasser zum Einsatz. Um die Ausbeute zu optimieren, empfiehlt es sich, die Schnecken im Wasser zu lassen, damit der Schleim darin aufgefangen werden kann. Im Rohzustand ist der Schleim leicht gefärbt und klebrig. Nach der Gewinnung wird er zentrifugiert, gefiltert und von Bakterien befreit. Anschließend wird er abgefüllt und gelagert. Das reine Produkt (ohne Klebrigkeit, Farbe und Geruch) ist dann im Handel in flüssiger Form erhältlich.
Wie wendet man Schneckenschleim bei Schwangerschaftsstreifen an?
Der Schleim wird aufbereitet und in Form einer Schneckenschleim-Creme vermarktet. Um die Wirksamkeit der Anwendung zu optimieren, sollten die betroffenen Körperstellen bei weißen Schwangerschaftsstreifen oder älteren Streifen gründlich gereinigt und getrocknet werden.
Massieren Sie die Creme anschließend in die betroffene Stelle ein, damit sie tief einziehen kann. Eine solche Anwendung wird ein- bis zweimal täglich auf den von Schwangerschaftsstreifen betroffenen Zonen empfohlen. Eine leichte, kreisende Massage fördert das Eindringen der Wirkstoffe in die tiefen Hautschichten.
Schneckenschleim ist unbedenklich für die Gesundheit und wird für alle Altersgruppen und alle Hauttypen empfohlen (trocken, fettig oder Mischhaut).
